Institut für Schutz und Rettung

Forschung für mehr sicherheit in köln

Klimawandel, heftige Unwetterereignisse, großflächige und langfristige Stromausfälle, Chemieunglücke – Bedrohungs- und Gefahrenszenarien, mit denen die Millionenstadt Köln aktuell und künftig konfrontiert ist. Um diesen und weiteren Herausforderungen künftig noch effektiver zu begegnen, hat die Feuerwehr Köln ein eigenes Forschungsinstitut gegründet.

Das Institut für Schutz und Rettung der Feuerwehr Köln schlägt Brücken zwischen akademischer Forschung, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Anwenderforschung. Das Institut will Fachexpertise bündeln, wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und eigene Forschungsfragen adressieren.

Damit begegnet es dynamischen Veränderungsprozessen mit interdisziplinärer Forschung in Kooperation mit nationalen und internationalen Forschungspartnern.

Die Geschäftsfelder:

  • Notfallmedizin
  • Systemwissenschaften und Strategie
  • Operations Research (OR), Modellbuilding und Simulation (M&S)
  • Sozio-technische Entwicklungen, Klimawandelfolgen und KRITIS
  • Technik und Taktik in der Gefahrenabwehr, Rettungstechnologie

Das ISR – Institut für Schutz und Rettung ist eine eigenständige Organisationseinheit der Berufsfeuerwehr Köln, Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz.

Gründungsfeier

Am 30. Juli 2020 fand im feierlichen Rahmen die Gründungsveranstaltung im Museum für Angewandte Kunst Köln statt.

Staatssekretär Jürgen Mathies freut sich über die Gründung, denn: „Lösungen, die Sie hier in Köln erarbeiten, können auch im Rest des Landes helfen. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, die Feuerwehr Köln ist stets innovativ und kompetent.“

Oberbürgermeistern Henriette Reker bedankte sich in einer Videobotschaft für das Engagement der Kölner Feuerwehr: „Liebe Angehörige der Feuerwehr Köln, Sie beschreiten neue Wege, um unser Köln noch sicherer zu machen. Sie übernehmen Verantwortung für Ihre Mitmenschen. Sie ruhen sich nicht auf Erreichtem aus, sondern entwickeln sich stetig weiter. Nun gehört auch die Forschung zu Ihrem reichhaltigen Aufgabengebiet. Ich bin mir sicher, dass Sie auch dieses Feld mit dem gleichen Elan und Herzblut verfolgen werden, wie Sie es bereits jetzt in Ihrer täglichen Arbeit tun.“

Die offizielle Gründungsurkunde erhielt der Amtsleiter der Feuerwehr Köln von Stadtdirektor Dr. Stephan Keller, der in dem Institut für Schutz und Rettung der Feuerwehr Köln (ISR), eine Bereicherung zum Schutz der Stadt Köln sieht: „Gerade die vergangenen Monate haben gezeigt, wie wichtig die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis, vor allem in komplexen Lagen ist.“

Für den Leiter der Feuerwehr Köln, Dr. Christian Miller, markiert das ISR ein neues Kapitel in der Feuerwehr Köln. „Am ISR vereinen sich feuerwehrfachliche Expertise und wissenschaftliche Exzellenz in einer Denkfabrik für die Sicherheit und Gefahrenabwehr der Zukunft“, so Miller. „Es geht um nichts Geringeres, als um eine sichere Zukunft für die Menschen in der Stadt Köln und möglicherweise weit darüber hinaus. Als Leiter dieser wunderbaren Feuerwehr Köln erfüllt es mich mit Stolz dem ISR ein Haus zu bauen, um diese Leidenschaft für Wissenschaft und für die Feuerwehr anderen Menschen weitergeben zu können.“

Für weitere Hintergrundinformationen laden Sie sich hier die Rede des Leiters der Feuerwehr Köln und Amtsleiter des Amts für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz der Stadt Köln, Dr. Christian Miller, anlässlich der Gründung des Instituts für Schutz und Rettung herunter.

Übergabe Gründungsurkunde ISR
Stadtdirektor Dr. Stephan Keller übergibt die Gründungsurkunde an Dr. Christian Miller, Leiter der Feuerwehr Köln.
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Dr. Christian Miller
Leiter der Feuerwehr Köln

Das Institut will Fachexpertise bündeln, wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und eigene Forschungsfragen adressieren. Wir werden Wissenschaft und Praxis eng verzahnen und so effiziente Strategien zur Bewältigung der aktuellen und künftigen Herausforderungen der Sicherheitsforschung entwickeln.

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Stefan Martini
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Feuerwehr Köln

Mit der Gründung des Institutes beschreitet die Feuerwehr Köln nicht nur neue Wege, sondern etabliert gleichzeitig eine weitere Forschungsplattform am Wissenschaftsstandort Köln.

Aktuelle Projekte

RiskUrb Myanmar

Das Forschungsprojekt setzt sich mit dem Management multipler Risiken bei Extremereignissen in schnell wachsenden (Mega)Städten Myanmars auseinander.
Innerhalb des Rahmenprogramms „Förderung für nachhaltige Entwicklung (FONA)“ und der Förderlinie „Nachhaltige Entwicklung urbaner Regionen (NUR)“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das vierstufige F&E-Vorhaben „Management multipler Risiken bei Extremereignissen in schnell wachsenden (Mega)Städten Myanmars“. Das Forschungsprojekt widmet sich der Katastrophenvorsorge und der Reduktion der Folgen von Naturrisiken in Yangon, Myanmar. Ziel ist es, die negativen sozio-ökonomischen und persönlichen Folgen von Naturkatastrophen für Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner zu reduzieren. Zudem werden wissenschaftliche Konzepte zur Erhaltung und Sicherstellung der Grundversorgung entwickelt und vor Ort umgesetzt.

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Gemeinsam stark

Das Forschungsprojekt “Gemeinsam stark – Professionelles Teamtraining für mehr Sicherheit und weniger Stress in der Brandbekämpfung” startete am 1. April 2020.

Der Umgang mit Gefahrensituationen und Stress ist Bestandteil der Arbeit von Feuerwehr-Einsatzkräften. Das Ziel unseres Projekts ist es daher, ein speziell auf den Brandschutz abgestimmtes professionelles Team-Trainingskonzept für die Brandschutzausbildung zu entwickeln, durchzuführen und zu evaluieren. Ziel des Trainings ist die Verbesserung der Teamprozesse bei Einsatzkräftestrukturen in Bezug auf nicht-technische Fertigkeiten wie Kommunikation, Koordination, Entscheidungsfindung und Führungsverhalten, für mehr Sicherheit und weniger Stress im Einsatz. Diese werden praxisnah anhand feuerwehrtypischer Fallbeispiele vermittelt und in praktischen Einsatzübungen trainiert.

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